Spürhundetraining

Ergänzend zu unserer langjährigen Expertise im Umgang mit Explosivstoffen, bieten wir diverse Trainingsmöglichkeiten für Explosivstoffspürhunde an. An sogenannten Differenzierungsstrecken können Hunde auf neue Substanzen, in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, konditioniert werden. Aber auch realistische Szenarien an Fahrzeugen, Gepäckablagen und Ähnlichem stellen wir nach und schulen so das Gespann aus Hund und Hundeführer.

In den Trainingseinheiten können Sprengstoffspürhunde mit reinen und nicht kontaminierten Explosivstoffen, sowie mit Homemade Explosives wie TATP aus- und weitergebildet werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Studien zum Riechvermögen von Spürhunden durchzuführen.

Hintergrund

Das Sprengstoffspürhundewesen spielt eine zentrale Rolle bei der Detektion von Explosivstoffen. Sowohl bei polizeilichen und militärischen Einsatzkräften, als auch im Bereich der privaten Sicherheitsdienstleister haben sich Sprengstoffspürhunde aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und Flexibilität bei der Bewältigung diverser Szenarien bewährt. Sie werden trotz der fortschreitenden Weiterentwicklung technischer Systeme aufgrund ihrer Mobilität und Einzigartigkeit auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil bei der Detektion von Explosivstoffen bleiben.

In unterschiedlichen Projekten wurde am Fraunhofer ICT zur Detektion von Explosivstoffen geforscht. In jüngerer Vergangenheit setzten wir uns im nationalen Projekt EVADEX intensiv mit der Fragestellung auseinander, wie die Leistungsfähigkeit von technischen Lösungen sowie von Spürhunden für die individuellen Anforderungen in verschiedenen Szenarien evaluiert werden kann. Im Zuge dieses Projektes konnten auch Erkenntnisse zum Riechvermögen von Spürhunden gesammelt werden. Dabei entwickelten wir Trainings-Methoden die in praktischen Versuchen erfolgreich umgesetzt werden. Damit sind sie zur Leistungsbewertung und zum Training von Gespannen, aus Spürhunden und Hundeführern, geeignet.

Durch die Sonderstellung des Fraunhofer ICT im Umgang mit Explosivstoffen, wodurch z.B. auch der Umgang mit sogenannten Homemade Explosives möglich ist, und den gesammelten Erfahrungen der letzten Jahre in der Detektion von Explosivstoffen, können wir ein ausgezeichnetes Angebot an Trainingsmöglichkeiten für Sprengstoffspürhunde anbieten. Dabei spielen neben einer transparenten und wissenschaftlich einwandfreien Durchführung der Versuche, eine klare Kommunikation und die individuelle Abstimmung mit jedem Kunden eine zentrale Rolle.

In unserem Portfolio befinden sich verschiedene Versuchsszenarien, welche typische Einsätze im Spürhundewesen abdecken. Alle unsere Versuche werden mit einer 360° Kamera und schriftlich dokumentiert. Nach Beendigung des Trainings erhalten Sie die Ergebnisse in Form eines Protokolls ausgehändigt. Bei mehrtägigen Trainingsveranstaltungen bieten wir eine Schulung der Hundeführer mit repräsentativen Ausschnitten des gesammelten Videomaterials an.

Sprengstoffspürhund beim Training an Fahrzeugen
© Bundeswehr - FJgRgt 3

Sprengstoffspürhund beim Training an Fahrzeugen

Sprengstoffspürhund beim Training an Fahrzeugen
© Bundeswehr - FJgRgt 3

Sprengstoffspürhund beim Training an Fahrzeugen

Sprengstoffspürhund beim Training an Fahrzeugen
© Bundeswehr - FJgRgt 3

Sprengstoffspürhund beim Training an Fahrzeugen

Explosivstoffe

Für das Training verfügen wir über eine repräsentative Auswahl an reinen militärischen und industriellen Explosivstoffen und Explosivstoffformulierungen. Alle verwendeten Substanzen sind ohne Marker versehen. Bei der Lagerung der Stoffe und im Umgang mit ihnen treffen wir Maßnahmen, die ein Training mit reinen und nicht kontaminierten Stoffen ermöglichen. Darüber hinaus ist das Training mit Homemade Explosives wie beispielsweise TATP oder HMTD möglich. Die jeweiligen Substanzen können auf Anfrage am Institut hergestellt werden. Aufgrund der hohen Schlag- und Reibempfindlichkeit dieser Stoffe wurden handhabungssichere Mischungen dieser Präparate speziell für das Training mit Spürhunden entwickelt.  Dadurch können wir ein höheres Maß an Sicherheit gewährleisten. Diese Eigenentwicklungen weisen eine unveränderte Gasphase auf und bieten, gegenüber anderen auf dem Markt befindlichen Alternativen, den Vorteil, dass die Hunde mit einer signifikanten Menge des Explosivstoffs trainieret werden können.

Trainingsmöglichkeiten

Sprengstoffspürhund beim Training an der Differenzierungsstrecke
© Bundeswehr - FJgRgt 3

Sprengstoffspürhund beim Training an der Differenzierungsstrecke

Sprengstoffspürhund beim Training an der Differenzierungsstrecke
© Bundeswehr - FJgRgt 3

Sprengstoffspürhund beim Training an der Differenzierungsstrecke

Differenzierungsstrecke

Die Differenzierungsstrecke bietet die Möglichkeit einer zeitlich effizienten Eingabe bzw. Abfrage von Substanzen. In diesem Versuch werden leicht zugängliche Geruchsproben in gleichmäßigen Abständen aufgebaut. Das Gespann aus Hund und Hundeführer muss die Proben mit Explosivstoffen identifizieren. Durch die Wahl der verwendeten Substanzen in den Geruchsproben können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden.

Häufig wird zu Beginn der Konditionierung auf eine neue Substanz ein Aufbau gewählt, bei dem nur eine Probe mit dem entsprechenden neuen Stoff bestückt wird. Soll allerdings die Konditionierung verstärkt werden oder der Schwierigkeitsgrad des Aufbaus durch die Bestückung der anderen Proben mit Verleitern erhöht werden, können wir jederzeit auf den Kundenwunsch reagieren und die Differenzierungsstrecke anpassen. Der Hund kann dann zum Beispiel in einem Aufbau mit Verleitern nachweisen, dass die erlernten Stoffe detektiert und gleichzeitig von anderen Gerüchen unterschieden werden können.

Soll das Riechvermögen der Hunde untersucht werden, können die jeweiligen Bestandteile der Explosivstoffformulierungen in den Geruchsproben einzeln verwendet werden. Dieser Versuchsaufbau lässt Rückschlüsse darauf zu, ob die Hunde auf bestimmte Bestandteile der Formulierungen, auf den reinen Explosivstoff oder das gesamte Bouquet reagieren.

Verschiedene Maßnahmen, die bereits während der Vorbereitung und bei der Durchführung des Aufbaus getroffen werden, vermeiden eine Querkontamination der Proben. Außerdem wird vor jedem Hund die Differenzierungsstrecke neu präpariert, wodurch eine (Ver-)Leitung durch vorherige Hundegerüche ausgeschlossen wird. Durch dieses Vorgehen wird eine hohe Wertigkeit und Aussagekraft der Ergebnisse erreicht.

Sprengstoffspürhund beim Training in einer Außenlage
© Bundeswehr - FJgRgt 3

Sprengstoffspürhund beim Training in einer Außenlage

Sprengstoffspürhund beim Training in einer Innenraumlage
© Bundeswehr - FJgRgt 3

Sprengstoffspürhund beim Training in einer Innenraumlage

Training von Szenarien

Um die Gespanne für einsatzbezogene Szenarien zu trainieren, stehen folgende etablierte Versuche am Fraunhofer ICT zur Auswahl:

Suchlagen

Der Inhalt dieser variabel gestaltbaren Aufgabe besteht darin, dass in einem zuvor definierten Bereich versteckte Explosivstoffe gefunden werden müssen. Neben der Fähigkeit den Explosivstoff in einer realen Umgebung detektieren zu müssen, besteht die Herausforderung in der systematischen Suche. Hierbei kann verstärkt das Zusammenspiel zwischen Hundeführer und Hund trainiert werden.

  • Innenräume / Außenbereich
  • Fahrzeuge
  • Spinde / Umkleidekabine

Kontrolle von Gütern

Eine wiederkehrende Aufgabe von Sprengstoffspürhunden ist es, Güter auf Explosivstoffe hin zu überprüfen. Hierbei ist es nötig, eine detaillierte Feinsuche an bestimmten Objekten durchführen zu können. Hinzu kommt die Schwierigkeit, die Substanzen, trotz der möglichen Überlagerung mit anderen Geruchsstoffen, erkennen zu können. Die Aufgabe kann je nach gewünschtem Szenario gestaltet werden:

  • Mehrere Kisten (Cargo Szenario)
  • Einzelnes Gepäckstück (Bombenalarm)
  • Reihe von Rucksäcken / Gepäckstücken („reguläre“ Kontrolle)