Modulares Bolt-On-Langfaser-Spritzgießaggregat erfolgreich in 3.600-Tonnen-Presse integriert

Zukunftsweisende Anlagentechnik für den hybriden Leichtbau

Pressemitteilung / 15.11.2017

Das Fraunhofer ICT nutzt seit Kurzem eine neue Anlagentechnik zur Herstellung und Erforschung moderner, funktionsintegrierter Hybrid-Bauteile. Das zusammen mit dem Industriepartner Arburg entwickelte Niederflur-Spritzgießaggregat kann als modulare Einheit an vertikalen Schließeinheiten eingesetzt werden. Durch Integration in die vorhandene, parallelitätsgeregelte 3.600-Tonnen-Presse des Instituts können nun bisher nicht fertigbare Bauteildimensionen und –komplexitäten realisiert werden.

Modulares FDC-Spritzgießaggregat der Firma Arburg im Technikum des Fraunhofer ICT
© Fraunhofer ICT

Modulares FDC-Spritzgießaggregat der Firma Arburg im Technikum des Fraunhofer ICT

Modulares FDC-Spritzgießaggregat der Firma Arburg im Technikum des Fraunhofer ICT
© Fraunhofer ICT

Modulares FDC-Spritzgießaggregat der Firma Arburg im Technikum des Fraunhofer ICT

„Basierend auf dem langjährigen Know-how des Fraunhofer ICT zur Konsolidierung, Formgebung und Funktionsintegration thermoplastischer Halbzeuge im Spritzgießen sowie Fließpressen, stellt die neue Spritzpressanlage eine gelungene Erweiterung des Maschinenparks dar“, so Tobias Joppich, Projektleiter am Fraunhofer ICT. „Hervorzuheben sind vor allem die erweiterten Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Fertigung lokal endlosfaserverstärkter Spritzgießbauteile sowie funktionsintegrierter, flächiger Bauteile aus Tape oder Organoblech“, ergänzt Sascha Kilian, ebenfalls Projektleiter am Fraunhofer ICT.

Das Bolt-On-System wird mithilfe einer zentrischen Säulenanbindung direkt mit dem Werkzeug gekoppelt und erlaubt dadurch eine außerordentlich flexible Anbindung an verschiedene vertikale Schließeinheiten. Eines der charakteristischsten Merkmale des Niederfluraggregates ist die Trennbarkeit der Spritzgießeinheit von der hydraulischen und elektrischen Versorgungseinheit. Damit kann sowohl der Einsatzort wie auch das Anlagenlayout schnell an geänderte Anforderungen angepasst werden. Zusätzlich ist es denkbar, verschiedene Aggregate mit einer Versorgungseinheit zu verwenden.

Ebenfalls integriert ist das FDC-Verfahren (Faser-Direkt-Compoundieren) von Arburg. Hierbei werden Faserrovings am vorderen Teil des Spritzaggregats geschnitten und direkt der Thermoplastschmelze zugeführt, um so langfaserverstärkte Bauteile wirtschaftlicher herstellen zu können. Das neue Aggregat ist dabei die weltweit größte FDC-Einheit des Maschinenherstellers.

Das Niederfluraggregat wurde im Rahmen des öffentlich geförderten Verbundvorhabens BMBF-MoPaHyb (www.mopahyb.de) entwickelt. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines modularen Anlagenkonzepts zur flexiblen Herstellung von strukturellen Hybridbauteilen. Im Fokus steht dabei die Möglichkeit einer schnellen Anpassung des Anlagenlayouts und der Fertigungslinie. Der entwickelte Ansatz soll eine wirtschaftliche Fertigung bei kleinen Losgrößen und gleichzeitiger Bauteilderivatisierung ermöglichen.