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Institutsgeschichte



Historie


Ansprechpartner:

Dr. Stefan Tröster
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Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT
Joseph-von-Fraunhofer-Straße 7
76327 Pfinztal


Die Geschichte des heutigen Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie ICT, beginnt weit vor seinem offiziellen Gründungsdatum mit der Arbeit von Dr. Karl Meyer, einem anerkannten Explosivstoff-Fachmann. Dr. Meyer war es, der in den fünfziger Jahren an der damaligen Technischen Hochschule Karlsruhe, die unter der Verwaltungshilfe der Fraunhofer-Gesellschaft stand, ein Labor für Raketenfesttreibstoffe einrichtete. In diesem Labor führte er Forschungsarbeiten für das 1955 neu gebildete Verteidigungsministerium durch. Erst vier Jahre später, 1959 folgte dann die offizielle Gründung des »Instituts für Chemie der Treibstoffe« der Fraunhofer-Gesellschaft und der Umzug nach Berghausen auf das Gelände eines alten Schießstandes. Mit 20 Mitarbeitern finanzierte sich das Fraunhofer ICT zunächst über die Projektforschung des BMVg auf dem Gebiet der Raketenfesttreibstoffe.

In den Folgejahren erweiterte das Institut seine Forschungsgebiete um Sprengstoffe und später um Rohrwaffentreibmittel. Ziel der Forschung war es zunächst, eine Anwendung polymerer Treib- und Explosivstoffe zu finden und den Einsatz geeigneter Kunststoffe als Komponenten von chemischen Energieträgern möglich zu machen.

Im Jahr 1962 machte die Erweiterung der Institutskapazitäten hinsichtlich Anlagen und Personal erneut einen Umzug in andere Räumlichkeiten notwendig. In der gleichen Gemeinde fand man ein geeignetes Gelände unter der Bezeichnung »Hummelberg«. Dort wurden neue Laboratorien, Werkstätten, technische Anlagen und Verwaltung auf einem Teil (7ha) des verfügbaren Geländes (20ha) errichtet. Damit verbunden war die Umbenennung in »Institut für Treib- und Explosivstoffe«. Aufgrund der neuen technischen Möglichkeiten, Explosivstoffe bis in den Kg-Maßstab herzustellen und zu handhaben, erweiterte sich die Aufgabenstellung in Hinblick auf die Leistungserhöhung, Handhabungssicherheit, Funktionseigenschaften, Zuverlässigkeit unter extremen Umweltbedingungen, Lebensdauerverlängerung, gesicherte Rohstoffbasis und die chemische Verfahrenstechnik von energetischen Materialien und deren Komponenten.

Als Dr. Karl Meyer 1972 in den Ruhestand ging, übernahm Dr. Hiltmar Schubert, der bereits als Abteilungsleiter im Institut tätig war, die Institutsleitung . Im selben Jahr erlebte das »Institut für Treib- und Explosivstoffe« einen tief greifenden Einschnitt sowohl hinsichtlich der Forschungsthematik als auch der Zusammensetzung des Mitarbeiterstabes, bedingt durch die schlechte wirtschaftliche Lage. Dies erforderte strategisch wichtige zukunftsweisende Entscheidungen. Ein zweites, ziviles Standbein sollte für das Institut geschaffen werden. Mit Hilfe der Zentralverwaltung der Fraunhofer-Gesellschaft wurde das wehrtechnisch ausgerichtete Institut für die zivile Vertragsforschung geöffnet. Der Schwerpunkt lag auf den Forschungsgebieten Polymertechnik und Umwelttechnik. Ein gelungenes Beispiel für den Technologietransfer zwischen wehrtechnischer und ziviler Nutzung im Institut ist die Airbag-Technologie.

Als einziges Forschungsinstitut für den gesamten Bereich der Explosivstoffe in der BRD pflegte das Institut engen internationalen Kontakt im Rahmen von Projekten und Datenaustauschprogrammen der NATO. Die Öffnung in Richtung ziviler angewandter Forschung und damit auch die Aufnahme weiterer Forschungsbereiche machte eine Namensänderung des Instituts erforderlich. Ab 1988 wurde der Institutsname in »Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie« geändert. Schwerpunkt des zivilen Ausbaus war die Forschung im Bereich der Kunststoff-Technologien und deren vielseitige Anwendung. Auch der Bereich des Umwelt Engineerings und der Simulation von Umwelteinflüssen auf Erzeugnisse erlebte einen massiven Aufschwung.

Als Anfang 1994 Prof. Dr. Hiltmar Schubert in den Ruhestand ging, übernahm Prof. Dr. Peter Eyerer die Institutsleitung, der damals Leiter des Instituts für Kunststoffprüfung und Kunststoffkunde der Universität Stuttgart war. Stellvertretender Institutsleiter wurde Dr. Peter Elsner neben dem bisherigen und langjährigen Stellvertreter Dr. Diether Schmitt. Gemeinsam mit dem Kuratorium haben Prof. Dr. Eyerer und Dr. Elsner dem angestrebten Umstrukturierungsprozess aktiv gefördert und unterstützt. Daraus ergab sich die Umorganisation des Instituts in die fünf Produktbereiche: Energetische Materialien, Energetische Systeme, Angewandte Elektrochemie, Polymer Engineering und Umwelt Engineering.

Mit Themen wie der Nutzung von Biomasse, dem Leichtbau, der Polymertechnik, der Umweltsimulation, der Batterie- und Brennstoffzellentechnik oder der Airbag-Technologie ist das Fraunhofer ICT heute ebenso Partner der Fahrzeugindustrie, der Chemieindustrie, von mittelständischen Unternehmen wie auch dem wehrtechnischen Bereich ein kompetenter Partner des Verteidigungsministeriums und der wehrtechnischen Industrie.

Die Folgejahre zeichneten sich durch enormes wirtschaftliches Wachstum und eine starke Zunahme der personellen Kapazität aus. Von 2004 bis 2007 wurden unter Leitung von Prof. Dr. Peter Elsner Neu- und Erweiterungsmaßnahmen mit einem Budget von rund 50 Mio Euro auf dem Gelände des Fraunhofer ICT durchgeführt. Für den zivilen und verteidigungsbezogenen Forschungssektor wurden hochmoderne Labor- und Technologiehallen erbaut, um in den Kernkompetenzen den Anforderungen der Zukunft gerecht werden zu können. Dieser enorme Ausbau der Infrastruktur wird von Seiten der Politik und Wirtschaft als wichtiger Beitrag für die TechnologieRegion Karlsruhe gesehen.

Als Prof. Dr. Peter Eyerer in den Ruhestand ging, übernahm 2006 Prof. Dr. Peter Elsner die alleinige geschäftsführende Institutsleitung des Fraunhofer ICT, eines der größten Institute innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft.


© 1/2011
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